sind vielleicht ein etwas blumiger Name für das, woran wir mit Hochdruck arbeiten. Aber in der Tat wollen wir einen Teil der Erdbeeren nicht mehr am Boden (in der Erde), sondern 1,20 m hoch anbauen. Dazu werden die Erdbeeren in “Balkonkästen” gepflanzt, die ihrerseits auf einer Rinne stehen. Und eben diese Rinne ist aufgehangen an der Dachkonstruktion.
Wie die Bilder zeigen, ist der Aufbau dieser sog. Stellagenkultur eine ganze Menge Arbeit. Warum treiben wir einen so großen Aufwand?
Viele Gründe sprechen dafür.
Vielleicht der wichtigste: Erdbeeren pflücken ohne bücken (und ohne naßzuregnen). Gute Erntehelfer sind immer schwerer zu bekommen und das obwohl die Löhne überproportional gestiegen sind und weiter steigen. In so einer Stellagenkultur arbeitet es sich natürlich viel, viel angenehmer. Arbeiten im Stehen, dazu geschützt vor Regen, stechender Sonne, morgendlicher Taunässe (auch nicht zu unterschätzen), morgendlicher Kälte (pflücken können wir nur ohne dicke Handschuhe) und stürmischem Wind. Und das pflücken geht deutlich schneller und kostet dadurch weniger Geld. Das ist natürlich auch nötig, denn alles andere kostet mehr Geld. Trotzdem, unterm Strich sind für bestimmte Erdbeersorten die Kosten nur wenig oder gar nicht höher. Und man hat eine Chance, die guten langjährigen Erntemitarbeiter zu halten.
Außerdem macht uns der Klimawandel zu schaffen: Mehr Starkregen, mehr Hitze, mehr Hagel, zu hohe UV Strahlung. Darüber reden reicht nicht, wir müssen handeln. Da hilft nur das richtige Dach über dem Kopf bzw. der Pflanze. Allerdings: Das Dach jedes Jahr neu auf- und abbauen macht richtig viel Arbeit – und die kostet dann wieder mehr. Also, wenn es geht, viele Jahre fest an der gleichen Stelle stehen lassen. Das bedeutet dann allerdings, dass die Pflanzen ins Substrat müssen.
Die Qualität: Immer perfektere Form, immer Haltbarer, mehr Glanz, weniger ganz kleine Früchte. Und die Erdbeer-Neuzüchtungen liefern das auch. Aber nicht ohne Preis: keine Regentoleranz mehr, schnell Sonnenbrand. In der Summe hilft wieder nur ein Dach über der Beere.

Es gibt noch weitere Gründe dafür und natürlich auch dagegen: Bessere Planbarkeit der Erntetätigkeiten, Anforderungen der Handelskonzerne erfüllen, Pflanzenschutz mit Nützlingen, Hohe Investitionskosten, mangelnde Verfügbarkeit von jungfräulichen Boden und, und und.
Letztendlich ist der Anbau in Töpfen unter Dach ja auch gar nichts Neues für uns. Die Himbeeren für den Standverkauf kommen schon seit 10 Jahren aus dem Topfanbau unter feststehenden Tunneln. So bieten wir schöne Himbeerqualitäten für unsere Kunden, einen längeren Angebotszeitraum und angenehmere Arbeit für die PflückerInnen.

